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Messbuch des Hofschreibers Mathieu Gascogne & Pierre de La Rue

Chanson & Missa 'Mijn Hert heeft altijd verlanghen'
für 4-Stimmige Vokal-Capelle

Französische Burgundische Polyphonie der Renaissance

Samstag, 07. März 2026, 19:00: Ref. Kirche Sissach
Sonntag, 08. März 2026, 17:00: Ref. Kirche Pratteln

Musikalische Leitung: Achim Schulz

Im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts zählte Mathieu Gascongne zu den markanten Musikern der französischen Hofkapelle. Schon früh wurde er als Komponist von Rang wahrgenommen. Willaert nannte ihn – einer Aussage Zarlinos zufolge – in einem Atemzug mit Josquin, Ockeghem und Mouton als einen der „buoni antichi“. Auch in zeitgenössischer Literatur erscheint sein Name neben Mouton als Inbegriff meisterlicher Satzkunst.

Gascongne’s Missa “Myn hert altijt” knüpft an eine Chanson Pierre de La Rue’s an. La Rue war einer der bedeutendsten Komponisten seiner Generation. Die Satzweise der Messe entspricht der Renaissance-Ästhetik der französischen Hofkapelle: kontrollierte Polyphonie, klare Proportionen, textnahe Artikulation. Die Musik sucht weder monumentale Geste noch virtuose Oberflächen, sondern eine präzise gefügte Polyphonie, die zwischen textlicher Deutlichkeit und formaler Bindung, zwischen höfischer Representation, öffentlicher Liturgie, sowie häuslicher Andacht vermittelt.

Im Zusammenspiel der Werke – der 'Krönungsmotette' "Deus regnorum", der 'bittenden' Motette "Ne reminiscaris", der Chanson La Rue's und der daraus entwickelten Messe – ergibt sich ein Bild eines französisch-burgundischen Musiklebens um 1515: Gascongne als meisterlich souveräner Kapellmeister, La Rue als bis zum heutigen Tage höchster Repräsentant einer reifen flämisch-habsburgisch-burgundischen Tradition.